Angewandte Tiefenökologie 

– Innere Resilienz für den Wandel!

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Lebendigkeit beruht auf Beziehungen. Ein Netzwerk mit vielen Beziehungen schafft Resilienz.


  • Was bedeutet es in Verbindung mit unserer Mitwelt zu sein? 
  • Was ist die Rolle des Menschen im Netzwerk des Lebens sowie mein persönlicher Platz darin? 
  • Wie können wir Beziehung mit unserer inneren und der mehr als menschlichen Natur pflegen?


Die angewandte Tiefenökologie bietet hierbei philosophische sowie ganz praktisch erfahrbare Ansätze, wie wir uns als Teil vom Gewebe des Lebens erfahren und Kraft daraus schöpfen können.



Wir Menschen als Teil der Ökologie

Tiefenökologie ist eine ganzheitliche Naturphilosophie, die davon ausgeht, dass der Grund für unsere Krisen die Empfindung von Getrenntheit mit unserer Mitwelt ist. Der Begriff Tiefenökologie („deep ecology“) wurde von Arne Naess in den 1970ern geprägt und möchte die Verwobenheit des Menschen mit der restlichen Natur hervorheben - im Gegensatz zur „shallow ecology“, die die Natur als Ressource und als von uns getrennt betrachtet.


Die wissenschaftliche Grundlage bildet dabei die Systemtheorie, die das Verhalten von lebendigen Systemen beschreibt sowie die Gaia-Hypothese, die die Erde als lebendiges Wesen betrachtet.



Das Erleben vom Eingebettet sein ins Netzwerk des Lebens

Im Rahmen der „Arbeit, die wieder verbindet“ („Work that reconnects“) wurden durch Joanna Macy viele praktische Gruppenübungen entwickelt, die diese Verbindung zu allem Leben erfahrbar machen. Dieser Prozess der Wieder-Verbindung stärkt unsere Handlungsfähigkeit angesichts Krisen und Wandel. Im deutschsprachigen Raum wird diese Arbeit auch „angewandte Tiefenökologie“ genannt. 



Die tiefenökologische Spirale

Die Übungen folgen immer einer Struktur in Form einer Spirale, die in vier Phasen unterteilt ist:

 1. Dankbarkeit erleben:

Ein einfacher Weg, um auf die Herzensebene zu gelangen ist es, Dankbarkeit zu empfinden. Wenn wir uns bewusst werden, was für ein Wunder es ist, am Leben zu sein und was für wundervolle Dinge wir erleben dürfen, schaffen wir Raum für Weite. Wenn wir dankbar sind, gelangen wir in den gegenwärtigen Moment und können aus Fülle und Verbundenheit auf die Welt schauen. Unsere Dankbarkeit können wir dabei immer wieder als uns bestärkende Kraftquelle nutzen.



2. Den Schmerz würdigen:

In dieser Phase richten wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere innere Reaktion im derzeitigen Umgang der Menschheit mit unserer Mitwelt. Gefühle dienen uns als Feedback, um uns anzuzeigen, was für uns richtig und wichtig ist. Wir erlauben uns tiefer zu fühlen und diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Wenn wir uns mit dem Zustand der Welt verbinden, können unangenehme Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst aufkommen. Den Schmerz, den wir bisher isoliert oder verdrängt in uns getragen haben, kann dabei in Mitgefühl umgewandelt werden. Weltschmerz zu spüren bedeutet auch, dass wir Liebe für das Leben und diese Welt empfinden. Durch das bewusste Wahrnehmen dieser Gefühle, öffnet sich gleichzeitig eine Quelle zur Lebendigkeit und zur Verbindung mit dem Gewebe des Lebens. 



3. Mit neuen Augen sehen: 

Nachdem wir den Schmerz gefühlt haben, wollen wir diesen transformieren und die Welt mit neuen Augen sehen – die Perspektive wechseln. Hierbei können sehr kreative Methoden zum Einsatz kommen. Wir können beispielsweise Meditationen oder Rollenspiele in als nicht-menschlichen Wesen wagen. Wir können die Menschheit aus einem anderen Blickwinkel betrachten, indem wir in die Perspektive von menschlichen oder nicht-menschlichen Vorfahr*innen schlüpfen oder aus der Zukunft auf das Jetzt zurückblicken. Wir sehen uns im großen Kreislauf des Lebens und erkennen, dass das Leben ein dynamisches Geflecht an sich selbstorganisierenden Systemen ist, dass nur durch komplexe wechselseitige Beziehungen Bestand hat.

 

4. Für das Leben handeln:

Mit den zuvor gemachten Erfahrungen wollen wir nun darauf schauen, was jetzt lebendig in uns ist. Was ist es, was mein Herz mir nun sagt? Was ist es, was mir die Erde zuflüstert? Was möchte durch mich für das Leben geschehen?
 Hierbei geht es darum zu schauen, wie wir das Erlebte in unseren Alltag integrieren können und wie wir ins Handeln kommen möchten. Dabei geht es nicht unbedingt darum riesig große Projekte zu planen oder im klassischen Sinne aktivistisch tätig zu sein. Gerade kleine Schritte, die mit einer tiefen verbundenen Intention getan werden, oder die Veränderung meiner inneren Ausrichtung, können sehr wirkungsvoll sein. Unser Handeln ist nicht getrennt von unserer Mitwelt, sondern wir erkennen wie jeder kleine Baustein auf das Netzwerk des Lebens wirkt.



Innerhalb der vier Phasen können zahlreiche Übungen angewandt werden, die unter anderem aus naturverbundenen Ritualen, Rollenspielen, somatischer Körperarbeit, Meditationen oder sonstigem kreativen Ausdruck aufgebaut sein können. Die angewandte Tiefenökologie verbindet hierbei Herz, Verstand und Körper, um eine ganzheitliche Selbsterfahrung bieten zu können. 


 

"Doch die Welt ist keineswegs ein Problem, das es zu lösen gilt, sondern ein lebendiges Wesen, zu dem auch wir gehören. Sie ist ein Teil unserer selbst, und wir sind ein Teil ihrer leidenden Ganzheit. Solange wir nicht unserer Vorstellung von der Abgetrenntheit auf den Grund gehen, kann es keine Heilung geben. Und der tiefste Teil unsere Abgetrenntheit von der Schöpfung besteht darin, dass wir ihre heilige Natur vergessen haben, die auch unsere eigene heilige Natur ist."
 - L. Vaughan-Lee 

Zusatz: Verkörperte Ökologie

Mein Stil der Tiefenökologie ist unter anderem durch die Verkörperte Ökologie geprägt.
2021 habe ich dazu eine Jahresfortbildung bei dessen Gründer Florian Betz absolviert. 

Verkörperte Ökologie verbindet die angewandte Tiefenökologie nach Joanna Macy 
mit somatischen Körperpraktiken wie 
Authentic Movement, Contact Improvisation & Body Mind Centering. 

2023 wurde im Rahmen eines Wochenend-Workshops eine 13-minütige Kurzdokumentation erstellt, die dir einen kleinen Einblick in diesen Stil der Verkörperten Tiefenökologie geben kann.

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